Cyber Risk & Digitalisierung bei Versicherungen

Die zunehmende Digitalisierung stellt viele Versicherungen vor grosse Herausforderungen. Die heutige digitale Welt erwartet eine starke Anpassung der Vertriebsprozesse. Die Versicherungsbranche erwartet in den nächsten Jahren eine Zunahme der E-Commerce-Relevanz. Eine effizientere und ressourcenschonende Gestaltung der Geschäftsprozesse kann durch richtiges Investment im Digitalisierungsbereich erreicht werden.

Digitalisierung der Vertriebsprozesse ist heutzutage unerlässlich. Zeitgemässes Handeln im Bereich der digitalen Transformation bietet zusätzlich auch einen grossen Konkurrenzvorsprung.

Folgende Dinge machen die Versicherungen richtig:
Durch die Digitalisierung der Papierunterlagen werden nicht nur die Lagerkosten gespart, sondern auch die Auffindbarkeit der Unterlagen erfolgt viel schneller. Dadurch steigt die Servicequalität und die Prozesse werden effizienter gestaltet. Ferner müssen auch Geschäftsbereiche und Service Provider von global organisierten Versicherungen ständigen Zugriff auf die Dokumente haben bzw. diese austauschen und mit diesen täglich arbeiten. Eine Möglichkeit bieten Shared Drives, welche sich bereits seit einigen Jahren etabliert haben. Vorteile von dieser Lösung sind flexible Aufbewahrungsfristen, Automatisierung der Prozesse, Steuerung der Berechtigungen und Vereinfachung der Audit-Prozesse. Jedoch, wie sicher sind die elektronisch archivierten Dokumente?

Auch bei der Abwicklung der Schadenfälle hat die Digitalisierung einen Vorteil im Hinblick auf die Prozesseffizienz und Kundenzufriedenheit. Eine elektronische Plattform dient als Schnittstelle zwischen dem Kunden und der Versicherung und sorgt für eine vollständige und transparente Übersicht der Daten. Hier wird neben der herkömmlichen Schadenmeldung und dem Dokumentenaustausch auch das zugesprochene Guthaben bei einem Schadenfall virtuell gutgeschrieben (z.B. bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG). Mit diesem Guthaben lassen sich z.B. Ersatzgegenstände günstiger erwerben oder der gutgeschriebene Betrag kann ausbezahlt werden.

Auswertung der Konkurrenz- oder Kundendaten ist durch die Digitalisierung einfacher geworden. Auch der Austausch der Daten zwischen den einzelnen Versicherungen und Ämter funktioniert in Sekundenschnelle. Für Abklärungen werden auch vermehrt Sozialnetzwerke verwendet.

Schattenseite der Digitalisierung:
Viele Manager befürchten, dass die betrieblichen Abläufe durch eine digitale Transformation unübersichtlich werden. Dazu kommen die potentiell unbegrenzte Sammlung und Nutzung der persönlichen Daten, neue Möglichkeiten der Verletzung des Datenschutzes und die Cyberkriminalität. Die globale Vernetzung zeigt zunehmend ihre Schattenseiten. Infolge der Digitalisierung entstehen Risiken, die aufgrund ihrer dynamischen Eigenschaften für Privatpersonen und Unternehmen kaum überschaubar sind. Immer häufiger hört man in den Medien von Hacking, umfassenden Systemausfällen und dem Einbruch des operativen Geschäfts.

Wie gut bin ich gegen Cyber-Attacken geschützt? 
Das Cyberrisk-Rating „cysmo“ der PPI Schweiz schafft Transparenz. Möchten Sie einer der Ersten sein und brauchen Unterstützung beim Eintritt in den Cyber-Markt? Oder möchten Sie Ihre Cyber-Risiken richtig einschätzen, Ihre Vertriebsmöglichkeiten intensivieren oder mehr Transparenz auf der Kundenseite schaffen?


Wir können Ihnen behilflich sein!
https://www.ppi-schweiz.ch/de/corporates/themen/digitalisierung/cyber/cysmo/

Dieser Beitrag wurden von Alen Kasumovic gepostet.

#DigitalFinanceExperts, #DigitalBanking, #Digitalisierung, #DigitalTransformation, #Innovation

Stühlewanken bei den Banken

Oder: „Reich wird man nicht durch das, was man verdient, sondern durch das, was man nicht ausgibt“ (Henry Ford).

Wir nehmen ein Interview von CNBC mit dem Deutsche Bank CEO John Cryan von Mitte September als Grundlage für eine Diskussion über gefährdete Jobs bei den Banken. Cryan unterstrich seither seine Angriffslustigkeit auf Bankjobs auch in einem Interview mit der Financial Times, indem er klar kommuniziert, dass die Beschäftigtenzahl des Hauses viel zu hoch sei.

Gegenüber CNBC antwortet John Cryan auf die Frage, wie viele Jobs denn nun tatsächlich durch die zunehmende Automatisierung gefährdet seien, mit: "very hard to say", um dann zu ergänzen, dass es "a lot of people over the next five to 10 years" betreffen werde. 

Dieses Jobsterben bei Banken beschränkt sich nicht etwa auf einzelne Institute, nur auf Grossbanken oder einzelne Länder, es ist vielmehr ein sektorweites Phänomen. Denn aus der Finanzkrise haben die Banken vor allem eines gelernt: Die eigene Kostenstruktur viel stärker als zuvor im Blick zu haben. Diese Sichtweise ist, wie das Zitat im Titel zeigt, nicht neu, ging aber in den rosigen Bankenjahren mehr und mehr vergessen. Es geht sehr stark darum, im eigenen Unternehmen Abläufe zu optimieren und einfacher zu gestalten und wenn immer möglich, zu automatisieren. Neue Computertechnik hilft dabei genauso wie neue verhaltenspsychologische Erkenntnisse. Soweit so gut. Aber lassen sich damit wirklich Personalkosten sparen?

Cryan kommt zum Schluss, dass sein Haus, verglichen mit der Konkurrenz, noch immer viel zu viele Menschen beschäftigt. Sein Fokus liegt dabei wieder vermehrt auf der Anzahl der Mitarbeiter, die mit dem Kunden in eine Interaktion treten. Diese soll erhöht werden während interne Prozesse einer starken Prüfung unterzogen werden. Alles, was Mitarbeiter an Aufgaben bindet, die eigentlich ein Roboter erledigen kann, soll weggestrichen werden. 
Gemäss dem CEO der Deutschen Bank geht es um ein klares Upskilling der Arbeiten. Er will seinen Angestellten vermehrt wieder befriedigende Aufgaben übertragen und sie nicht einfache mechanische Arbeiten ausführen lassen. Die Menschen sollen wieder mehr Freude an der Arbeit bekommen und vermehrt auch kreativ denken müssen. Insofern unterscheidet er sich doch stark von Henry Ford, dem cleveren Anwender der Fliessbandfertigung. 
Das alles klingt nach einem guten Vorsatz, doch was bedeutet es konkret? Heisst das, der Sachbearbeiter von heute ist der Kundenberater von morgen? Ganz so einfach ist es wohl nicht. Eher sind das nett klingende Worte für die Kernaussage: „Danke schön, das war’s“.

Unbestritten ist, dass so ziemlich alle Banken die Möglichkeiten der Prozessoptimierung durch Automation nutzen und dafür auf den Einsatz von immer intelligenter werdenden digitalen Lösungen setzen. Auch der Kunde übernimmt immer mehr Aufgaben selbst. Dienstleistungen, die früher die Bank erledigte, vollzieht der Kunde heute im E-Banking. Das für manche Bankangestellten und auch Kunden schmerzhaft spürbare Resultat daraus ist zumindest das Wegsterben vieler Zweigniederlassungen. Und genau hier geht Raum für Begegnungen und positive Kundenerlebnisse verloren. Das steht im Widerspruch zu Cryans Wunsch, wieder mehr Mitarbeiter für zwischenmenschliche Begegnungen einzusetzen. Und obwohl munter gestrichen und vermeintlich gespart wird, steigen die Löhne im Bankensektor (https://www.cash.ch/news/top-news/finanzplatz-schweiz-das-bankensterben-geht-weiter-1097302). 
Insofern behält der CEO der Deutschen Bank doch recht, dass klar ein Upskilling bei den Bankjobs stattfindet. 

Aber kreativ denkende Mitarbeiter in verantwortungsvollen Positionen, die ihren Bereich überblicken und die Zukunft aktiv mitgestalten, kosten mehr. Irgendwo harzt also Cryans Wunsch und wir kriegen das Gefühl nicht los, dass es hierbei weniger um das Wohle der Mitarbeiter geht, sondern eher um die Verschlankung der Personalstruktur im Hinblick auf die nächste Erfolgsrechnung. Ob die Rechnung somit ganzheitlich gemacht wird, werden wir sehen. Denn der Schwerpunkt der Arbeit verschiebt sich entgegen Cryans anfänglicher Aussage, zwar weg von stark repetitiven Aufgaben im Backoffice, aber nicht etwa hin zu mehr zwischenmenschlichem Kundenkontakt. Er geht ganz klar in Richtung IT. Da laufen die kosten- und personalintensiven und knowhow-starken Projekte. Und hier gilt ohne Wenn und Aber: Wer sich strategisch clever aufstellt und mit den richtigen Leuten eine klare Linie verfolgt, der meistert die Herausforderungen effizient und in einer überschaubaren Zeit. Wer aber einfach mal anfängt und seine IT-Abteilung wild programmieren lässt, der läuft Gefahr sich stark zu verzetteln und erheblich Geld zu vernichten. Dieser Grundsatz gilt nicht nur für Herrn Cryan und die Deutsche Bank, sondern beansprucht Allgemeingültigkeit. 

Richtiges Know-how am richtigen Ort zur gefragten Zeit ist Gold wert und kann mit guten Lösungen zu positiven Kundenerlebnissen führen, auch auf digitalen Plattformen. Ob das nun durch Upskilling im eigenen Betrieb erfolgt oder durch externe Unterstützung ändert an der Zielsetzung des Projekts eigentlich nichts. Denn so oder so, billig ist das Unterfangen mit der Digitalisierung nicht, denn auch beim Upskilling gilt: „if you feed peanuts, you get monkeys“.
Somit wird die (Personal-)Kostenstruktur vermutlich auch morgen noch eine Herausforderung für die Banken sein. Und wie viele Sachbearbeiter bei der Deutschen Bank in Zukunft wirklich neue, viel spannendere Aufgaben erhalten, werden wir wohl nie erfahren. 

Dieser Beitrag wurde von Matthias Hungerbühler gepostet.

#Digitalisierung, #DigitalTransformation, #Upskilling

Die ganze Schweiz harmonisiert den Zahlungsverkehr, aber wer harmonisiert das Testing?

Bis jetzt gab es zwei Zahlungsverkehrsformate in der Schweiz für die Einreichung von Zahlungsaufträgen: EZAG der PostFinance und DTA für die Banken. Ab sofort gilt es, die ISO 20022-Meldung pain.001 zu verwenden und dazu noch das Protokoll pain.002 auswerten zu können.

In der Praxis wird aber schnell klar, dass das Format nicht zu unterschätzen ist und es doch ein weiter Weg ist bis die Salärfiles und Kreditorenzahlungen wieder zuverlässig vom Konto abgebucht werden. Meist werden von den Banken im Vorfeld ausreichende Tests verlangt bis eine gewisse Qualität erreicht ist. Und letztendlich werden immer noch „Penny-Tests in Produktion“ empfohlen, sodass bei den ersten reellen Zahlungsläufen keine Überraschungen auftreten.

Testbanken - Fluch oder Segen?
Früher wurden ab einem gewissen Zeitpunkt der Programmierung DTA-Files über den einen oder anderen Weg an die Bank übermittelt und meist gab es ein Feedback in Prosa, in welchem die noch auftretenden Fehler erklärt wurden. Mit der neuen Meldung pain.001 jedoch, haben die Swiss Interbank Clearing als schweizweite Hüterin des „Swiss Payment Standards“ und mehrere Banken nun sogenannte Testbanken eingeführt, welche es dem Kunden im Vorfeld ermöglichen sollen, autonom und realitätsnah zu testen, ohne dass ein Bankmitarbeiter jedes Mal involviert werden und ein individuelles Feedback geben muss.

Dabei hat sich bemerkbar gemacht, dass nicht immer klar ist, wie die Testbanken im gesamten Onboarding-Prozess genutzt werden sollen. Viele sind auch von den Rückmeldungen der Testbanken überfordert, weil es neben richtigen Fehler- auch Infomeldungen gibt, bei denen dann nicht klar ist, ob diese nun beseitigt werden müssen oder eben nur eine Empfehlung darstellen. Mit den Rückmeldungen alleine gelassen fühlen sich nicht nur Endkunden, die vor dem produktiven Einsatz einer Standardsoftware nur nochmal ein oder zwei Tests machen wollen, sondern auch die Softwarehersteller eben solcher Standardprodukte. Dieses Problem haben aber auch Grosskunden, die selbst programmieren und durchaus auch Bankmitarbeiter in Hotlines oder in der Zahlungsverkehrsberatung, die bei Unklarheiten die Meldungen ihrer eigenen Testbank erklären sollen.

Aufwandreduktion beim Entwickeln und beim End-To-End-Testen erreichen
Wie erreicht man nun, dass die Investitionen dieser Testbanken sich rentieren? Schliesslich sollen diese neuen Möglichkeiten ja alle Beteiligten entlasten. 
Banken sollten deshalb Checklisten für Supportanfragen einführen, die dem Kunden direkt beim ersten Kontakt überreicht werden. Auch sollten die Mitarbeiter geschult werden und eine Liste an die Hand bekommen, welche Fehlermeldung wie zu verstehen ist. 

Nach all diesen Ausführungen möchten wir an dieser Stelle aber auch alle involvierten Parteien ermutigen, die Testbanken rege einzusetzen und ein paar Tipps mit auf den Weg geben:

Fragen Sie frühzeitig bei Ihrer Bank nach dem Onboarding-Prozess. Dieser kann unterschiedlich aussehen, je nachdem, ob eine Testbank zur Verfügung steht oder nicht:

Mögliche Supportprozesse: 





  • Wenn Ihre Bank keine Testbank mit den bankeigenen Besonderheiten anbietet, nutzen Sie die Validierungsplattform der SIX.
  • Die Rückmeldungen der Testbanken sind meist selbsterklärend. Schon allein mit nochmaligem Vergleich der Feld-Definition in den Implementation Guidelines sollten Programmierer sehr gut den Fehler finden und beseitigen können.
  • Manche Testbanken bieten Beispieldateien an, die die Testbank per Knopfdruck erzeugt und die anschliessend sogar heruntergeladen werden können, um ein „Primus-Beispiel“ zu haben. Dieses klärt meist schon sehr viele Fragen.
  • Fragen Sie sich, welche Zahlungsarten Sie benötigen und nutzen Sie die Beispieldaten der Testbanken zu den unterschiedlichen Zahlungsarten.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie alle notwendigen Dokumentationen besitzen. Zum einen natürlich die Implementation Guidelines und Beispieldateien der SIX, zum anderen bieten Banken meist noch eigene, komplementäre Implementation Guidelines für ISO 20022-Meldungen an, welche auf die individuelle Behandlung mancher Schlüsselfelder eingehen. 
  • Viele Testbanken erlauben es, Ihre eigene pain.001-Meldung mit den Auswertungsergebnissen angereichert als Kommentare wieder herunterzuladen. Hier wird sehr schnell deutlich, wo der Hase begraben liegt.
  • Wenn Sie nicht weiterkommen, gehen Sie nicht ohne Screenshots aus der Testplattform bzw. nicht ohne die kommentierte pain.001-Meldung auf die Supporteinheiten Ihrer Bank zu, da dies meist zu unnötigen Rückfragen führt und eine schnelle Antwort verunmöglicht.


Und tritt doch einmal ein Fehler in der Produktion auf...

Sollte es doch mal zu einem Fehler in der Produktion kommen, sind gewisse Angaben unabdingbar für alle Support-Beteiligten, um eine rasche Antwort geben zu können:

  • Dokumentieren Sie den genauen Wortlaut der Fehlermeldung, am besten mit Screenshots.
  • Testen Sie die fehlerhafte pain.001-Meldung zuerst auf der Testplattform der Bank und dokumentieren Sie dortige Fehlermeldungen. Laden Sie die kommentierte XML-Meldung herunter. Dies hilft dem Support meist, den Fehler rasch zu lokalisieren.
  • Bitte vergessen Sie auch nicht, die fehlerhafte pain.001-Meldung bereitzuhalten, falls vom Support gefordert.
  • Daneben sind noch einigen Randparameter festzuhalten:
    •  Einlieferkanal
    • Zeitpunkt des Uploads
    • Filename, den das System/der Kanal vergeben hat
    • Name des Users und Vertragsnummer, mit der eingereicht wurde
    • Ggf. Vertragsnummer eines Kollektivvisums

Dieser Beitrag wurde von Frank Rebmann gepostet.

#Testing, #HarmonisierungZahlungsverkehr, #Testplattform


PPI Top-Event - Oktober 2017

An einem wunderschönen Herbsttag in der letzten Oktoberwoche 2017 war es wieder einmal so weit. PPI organisierte für das Who is Who im Schweizer Zahlungsverkehr den in der Zwischenzeit berühmt - berüchtigten PPI Top Event. Das originelle Konzept zwischen Wissensvermittlung in Form von Kurzvorträgen mit anschliessendem ausgedehnten Networking fand bereits zum siebten Mal im Zunfthaus zur Hard statt und hat am späteren Nachmittag knapp hundert Branchenvertreter angelockt.

Die Organisatoren kämpften dieses Mal mit kurzfristigen Absagen seitens der Referenten, was zu einer kleinen Programmänderung in Bezug auf die Vortragsthemen führte. So machte Sophia Bantanidis von der Citigroup mit dem Thema RegTech den Anfang, gefolgt von Sebastian Scholz, welcher als Vertreter von PPI Cyber das jüngste Kind aus der Produktefamilie mit Namen Cysmo vorstellte. Carsten Miehling, Geschäftsleiter von PPI Schweiz, präsentierte zum Abschluss noch Auszüge aus der soeben fertiggestellten LEON-Umfrage.

Beim Thema RegTech ging Sophia zunächst einmal auf die Hintergründe zur Entstehung dieser relativ neuen Fintech-Branche ein und erklärte den Teilnehmern die Unterschiede der einzelnen Ausprägungen anhand von griffigen Definitionen. Als aktuelle RegTech-Marktführer heben sich Amerika und Grossbritannien vom Rest der Welt ab. Das kann insbesondere im Fall von Amerika auch mit der schier endlosen Anzahl von Regulierungen zu tun haben, welche nach der Finanzmarktkrise ab dem Jahre 2008 eingeführt wurden. In Bezug auf das in diese Branche investierte Investment-Kapital sticht China heraus.

Die Citigroup fördert FinTech und RegTech u.a. auch mit sog. „Sandboxes“. In einer geschützten Umgebung können Gründerfirmen ihre Ideen entwickeln und ausprobieren. Unter dem Schirm der Citigroup, welche die regulatorischen Rahmenbedingungen, Know-how und auch Kapital beisteuert, sollen neue Business -Modelle elaboriert werden. Vom Regulator selbst wird in Zukunft noch eine grössere Flexibilität erwartet. Konkret sollte es nach Meinung von Sophia Bantanidis Abstufungen in der Regulationstiefe entlang der verschiedenen Lösungen geben. Dies zum Wohle der gemeinsamen Kundschaft notabene.

Sebastian Scholz startete sein Referat mit einem Überblick über die bestehenden Prozesse bei Beurteilung von Cyber-Risiken. Ein besonderer Fokus wurde dabei auf das Rating von potentiellen Versicherungsnehmern von Cyber-Risiko-Policen im Versicherungsmarkt gelegt. Die heute weitverbreiteten Methoden der Beantwortung von Fragenkatalogen mit allfälligem zusätzlichem Audit vor Ort schaffen oft nicht die gewünschte Risiko-Transparenz und sind in der Regel auch zu aufwendig.

Hier setzt das Produkt Cysmo an, welches von Sebastian anhand eines Echtzeit-Ratings am Beispiel der Obwaldner Kantonalbank live demonstriert wurde. Mit der einfachen Eingabe der Internet-Adresse des zu bewertenden Unternehmens wurde der Analyse-Prozess gestartet. Ausgeklügelte Algorithmen, gepaart mit historischen statischen Daten, starten aus der Cloud die Analyse des Untersuchungsobjektes. Innerhalb von Minuten kann ein Nutzer von Cysmo eine Aussage über den Reifegrad bei der Bewältigung von Cyber-Risiken machen und identifizierte Schwachstellen aufzeigen.

Anlässlich der kürzlich fertig ausgewerteten Studie zu LEON präsentierte Carsten Miehling noch zwei, drei Kernaussagen zum aktuellen Stand. Es ergibt sich ein gewisser Widerspruch zwischen den bereits von den Instituten durchgeführten Projektarbeiten in Bezug auf den Einführungstermin vom vierten Quartal 2018. Viele Banken haben bis heute noch keine Arbeiten für LEON gestartet, sind aber dennoch zuversichtlich, dass in gut einem Jahr die Lösung eingeführt werden kann. Einige Teilnehmer der Studie kritisieren die scheinbar ungenügende Koordination zwischen den Akteuren und die spärliche Information auf dem hiesigen Finanzplatz. Fordern Sie die Studie jetzt unter www.leon.ch an.

Alle Teilnehmer der Studie (über fünfzig Banken) haben automatisch am Wettbewerb zur Verlosung des neuesten iPhones teilgenommen. Carsten Miehling verkündete zum Abschluss des offiziellen Teils den Gewinner und eröffnete punkt 18:00 Uhr den Apéro. Die Teilnehmer des Top Events kamen in Folge wiederum in den Genuss der äusserst variantenreichen und schmackhaften Apéro-Küche und der guten Weine vom Restaurant Werdguet. Die letzten Teilnehmer machten sich gegen Mitternacht auf den Heimweg, wohl mit der festen Absicht, auch beim nächsten Anlass am 19. April 2018 wieder dabei zu sein.

Hier geht's zu den Fotos.

Die Slides zu den Keynotes können hier heruntergeladen werden:
1. Keynote von Sophia Bantanidis, Citi zu "RegTech: the state of the market, future developments and how Citi is"
https://www.slideshare.net/secret/A0OPmPLdK5jyFo

2. Keynote von Sebastian Scholz, PPI Cyber "Die neuen Dimensionen in der Cyber-Riskobewertung"
https://www.slideshare.net/secret/eHh2jpnIoqQcmi


PPI Schweiz lädt ein zum Herbst-TopEvent 2017

Traditionell öffnet das Zunfthaus zur Hard in Zürich am 26. Oktober seine Türen für den Herbst-TopEvent von PPI Schweiz.

Traditionell werden zu diesem Stelldichein der Schweizer Zahlungsverkehrsbranche wieder über 130 Gäste erwartet. Und ganz traditionell freut sich der Gastgeber auf spannende Referate, unterhaltsame Musik und intensives Networking mit zahlreichen Gästen an diesem Oktoberabend.


So abwechslungsreich wie die Farben des Herbstlaubs verspricht auch das Programm zu werden:


  • Ruth Wandhöfer, Global Head Regulatory, Market & Innovation Strategy bei City, wird in ihrer Keynote zu PSD2: Auf dem Weg in eine digitale Zukunft gleich zu Beginn den Einfluss der Regulierung auf die Finanzbranche unterstreichen.
  • Daragh Kirby, Sales Director bei Intercope wagt mit SWIFT GPI - eine weitere Revolution im Zahlungsverkehr? einen durchaus interessanten Blick in die nicht allzu ferne Zukunft.
  • Sebastian Scholz, Geschäftsleiter von PPI Cyber wartet mit einer spannenden, innovativen Keynote zu Neuen Dimensionen im Cyber-Markt mit der ein oder anderen Überraschung auf unsere Gäste.

Ebenso mit Spannung erwartet wird die Vorstellung der Umfrage, welche PPI Schweiz vor wenigen Wochen zum Thema LEON - Lastschriften, E-Rechnung, Online, Neu durchgeführt hat.

Carsten Miehling und sein Team freuen sich jetzt schon auf eine tolle Veranstaltung, informative Vorträge und spannende Diskussionen bis zum Schluss.

Für Kurzentschlossene gibt es noch ein kleines Kontingent an freien Plätzen. Anmeldung direkt online auf https://www.ppi-schweiz.ch/ppi-schweiz/aktuelles-und-termine/topevent/

NextGenPSD2

Im Juni 2017 kündigte die NextGenPSD2-Initiative, eine dedizierte Task Force der Berlin Group, die Entwicklung einer offenen, gemeinsamen, harmonisierten europäischen Programmierschnittstelle (open, common and harmonised European API) an, um Drittanbietern (TPPs) den Zugang zu den Bankkonten (XS2A), basierend auf der neuen Zahlungsdiensterichtlinie PSD2, zu ermöglichen. Ziel der Initiative ist es, Drittanbieter bei der Entwicklung von innovativen auf modernen APIs basierenden Lösungen so zu unterstützen, dass der Zugang zu den Bankkonten gewährleistet wird, die Daten jedoch gesichert sind.

NextGenPSD2 will 
- die Komplexität von PSD2 XS2A reduzieren
- die Problematik der verschiedenen, sich konkurrierenden Standards adressieren
- eine maximale europaweite Interoperabilität und Erreichbarkeit ermöglichen,

indem sie einen einheitlichen Standard für eine europäische XS2A Schnittstelle zwischen den Banken und den Drittanbietern definiert.

Europäische Bankkunden könnten so von innovativen Produkten und Dienstleistungen (“Banking as a Service“) von Drittanbietern profitieren. Die Kunden gewähren den Drittanbietern mittels der APIs den sicheren Zugang zu ihren Bankkonten und Finanzdaten und erfahren so gleichzeitig auch ein neues reibungsloses Kundenerlebnis.

Der Standard, welcher als “Access to Account Framework“ entwickelt werden soll, wird Betriebsregeln, Implementation Guidelines, Nachrichtenmodellierung und Informationsflüsse, basierend auf der RESTful API Methode, einer Methode zur webbasierten Kommunikation zwischen Client und Server, anbieten.

Sowohl Private wie auch Firmen benutzen immer häufiger APIs (Programmierschnittstellen), um Daten zu teilen und zu konsolidieren. Dies führte dazu, dass APIs ein DeFacto Industriestandard wurden. Und jetzt, da die europäische Finanzindustrie unter PSD2 den Zugang zu den Kontoinformationen öffnen muss, sind gemeinsame APIs der sicherste und effizienteste Weg, um Daten sicher zur Verfügung zu stellen und dem Problem der sich konkurrierenden Standards zu begegnen.

Aus diesen Gründen stimmt sich auch die NextGenPSD2-Initiative mit den Zielen des Euro Retail Payments Board (ERPB, das von der Europäischen Zentralbank geleitete Nachfolgegremium des SEPA-Councils) ab.
Um sicher zu gehen, dass die Interessen aller Akteure abgedeckt sind, wurde der Standard, welcher immer noch in Entwicklung ist, am 27. September für die öffentliche Konsultation freigegeben. Mit dieser öffentlichen und transparenten Konsultation sollen alle Marktteilnehmer die Möglichkeit haben, an der Entwicklung eines ausgereiften Standards mitzuwirken, welcher sowohl die Marktbedürfnisse als auch anwendbares Recht und Regulationen berücksichtigt.
Der NextGenPSD2 - Standard ist seit dem 2. Oktober auf der Berlin Group Seite www.berlin-group.org/market-consultations verfügbar. Die öffentliche Konsultation endet am Freitag, 17. November 2017. Alle Beiträge werden im Anschluss an die Konsultation publiziert.

Wer ist NextGenPSD2?
Die Mitglieder der NextGenPSD2-Initiative arbeiten in einer einzigartigen Partnerschaft an der gemeinsamen Vision, in der offene und harmonisierte PSD2-XS2A-Schnittstellenstandards für Prozesse, Daten und Infrastruktur eine unabdingbare Notwendigkeit für einen offenen und leistungsfähigen Markt sind. Wahre Interoperabilität ist eine essentielle Komponente kompetitiver pan-europäischer PSD2-XS2A-Dienstleistungen, welche dazu beitragen, dass der Europäische Markt weiter zusammenwächst. Und davon profitieren letztlich die Zahlungsverkehrsbranche, wie auch Privat- und Firmenkunden. 
NextGenPSD2 setzt sich aus 39 Organisationen, Stand 3. Oktober 2017, aus EU - und Nicht-EU- Mitgliedstaaten aus den verschiedensten Bereichen des Bankings und des Zahlungsverkehrs zusammen. Auch SIX Payment Services zählt zu den Mitgliedern der NextGenPSD2 - Initiative.
Wichtig zu erwähnen ist auch, dass NextGenPSD2 weder an eine spezifische Bank(engemeinschaft) noch an einen spezifischen Dienstleister gebunden ist.

Was bedeutet NextGenPSD2 für die Schweiz?
Obwohl SIX Payment Services ein Mitglied der NextGenPSD2 - Initiative ist, konnte der Schreibende keine konkreten Aussagen bezüglich deren Beitrag an der Initiative finden bzw. welche Rolle für NextGenPSD2 auf dem Schweizer Finanzplatz vorgesehen ist.
Seitens SIX wird immer noch davon ausgegangen, dass PSD2 XS2A aufgrund der fehlenden gesetzlichen Rahmenbedingungen keine einheitliche und harmonisierte Würdigung erfahren soll/wird.
Andererseits ist SIX auch Mitglied von SFTI, Swiss Fintech Innovations (http://swissfintechinnovations.ch/). SFTI befasst sich mit einer Arbeitsgruppe an der Definition und Entwicklung von SOFA (Swiss Open Finance API), einer offenen, gemeinsamen Banken- und Finanz-Programmierschnittstelle.

Es stellt sich die Frage, ob es einen Austausch zwischen der NextGenPSD2 - Initiative und SFTI gibt, um den Standard für das Schweizer API an den europäischen Standard anzugleichen.
Leider erfolgte darauf bis zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Zeilen keine Antwort.
Die Stellungnahme der Schweizerischen Bankenvereinigung (http://www.swissbanking.org/de/themen/aktuell/20170707-5000-all-positionspapier-psd2.pdf) geht sogar noch weiter und lehnt eine Regulierung analog zu PSD2 bzw. eine gesetzlich erzwungene Öffnung der Zugriffsrechte für Dritte gänzlich ab.
Aus unserer Sicht wäre es wünschenswert, wenn der Schweizer Finanzplatz in Kürze eine verbindliche Zusage zu PSD2 XS2A machen und sich der diesbezügliche Standard am europäischen Standard von NextGenPSD2 orientieren würde.

Dieser Beitrag wurde von René Heusser gepostet.

#APIs, #DigitalBanking, #OpenBanking, #PSD2, #XS2A,

Dollarization 2.0

Cashless, eGesellschaft, FinTech, AI, Blockchain, MobilePayment, DigitalFinanceExperts, PPISchweizChristine Lagarde, die Grande Dame des Internationalen Währungsfonds (IMF), präsentiert auf der Bank of England Conference erstaunlich offen ihre Gedanken. Unter dem Titel: “Central Banking and Fintech - A Brave New World?“ geht sie der Frage nach: “How will fintech change central banking over the next generation?“

Letzte Woche erst berichtete Carsten Miehling, CEO PPI Schweiz, an dieser Stelle, dass die grösste Kantonalbank in unserem Land Fintechs eher als Hype wahrnimmt und dieser Branche jetzt und auch in Zukunft kaum oder nur sehr geringe Marktanteile attestiert. Und nun kommt die höchste Währungshüterin der Welt und malt ein gegenteiliges Bild, nämlich eines mit Crypto Currencies und grossen Herausforderungen für das etablierte Bankensystem, inklusive der Zentralbanken. Sie glaubt an den Fortschritt, glaubt daran, dass neue Player am Verhandlungstisch Platz finden und gewisse alte Strukturen der Vergangenheit angehören werden. Sie zeichnet eine Welt, in der Menschen mühelos über Grenzen hinweg virtuell in Echtzeit bezahlen, ohne Clearing versteht sich. 

Welche der beiden Auffassungen letztlich recht behalten wird, zeigt uns die Zukunft. 

Lassen Sie uns aber erst einmal einen Blick in Frau Lagarde‘s Gedanken werfen. Ihren Vortrag stützt sie auf drei wichtige Teilgebiete: 


1. Virtual Currencies

Hier weist Frau Lagarde klar darauf hin, dass “VirtualC“ nicht einfach digitale Transaktionen in bestehenden Landeswährungen sind, sondern tatsächlich als eigenständige und ernstzunehmende Einheiten von Konten und Zahlungssystemen zu verstehen sind, die P2P-Transaktionen ohne das zentrale Clearing eines Bankhauses oder der Zentralbank ermöglichen. Im Moment spielen Bitcoin etc. noch eine untergeordnete Rolle, da der Kurs sehr volatil und ein Einstieg riskant sowie der Mining-Prozess energieintensiv ist. Ebenso sind “Virtual Currencies“ für Regulatoren undurchsichtig und einige Börsen wurden auch schon gehackt. Aber die meist technischen Herausforderungen werden im Laufe der Zeit gelöst und die Abwicklungsprozesse optimiert und vereinfacht werden. 

Auf lange Sicht kann diese Technologie gemäss Frau Lagarde nationale Währungen substituieren und wird in der Lage sein, ein Fragezeichen hinter das bestehende Bankensystem zu setzen. 


Geschickt bringt Frau Lagarde einen passenden Vergleich: “Not so long ago, some experts argued that personal computers would never be adopted, and that tablets would only be used as expensive coffee trays. So I think it may not be wise to dismiss virtual currencies."


Gerade für Länder mit einer schwachen eigenen Währung bergen diese digitalen Lösungen spannende Chancen. Das könnte für manche Regierung weitaus interessanter sein, als einfach eine Parallelwährung, wie z.B. den Dollar, zu akzeptieren. Man könnte diesen Prozess gemäss Frau Lagarde also Dollarization 2.0 nennen.


Stellen Sie sich zum Beispiel die wachsende Nachfrage nach neuen Zahlungsformen vor, gerade in Ländern, in denen die Ökonomie der dezentralen Dienstleistungen wächst und das vielleicht sogar auch über die Landesgrenze hinweg. Ein paar Dollar für einen Gärtner-Tipp aus Neuseeland, ein paar Euro für das Layout einer Arbeit etc. Heute bezahlt man solche Leistungen meist via Kreditkarte. Aber gerade bei kleinen Beträgen sind die Gebühren meist uninteressant hoch. Somit wird das Volk gemäss Frau Lagarde bald vermehrt nach virtuellen Währungen verlangen. Und wenn diese weiterhin unsicher und instabil sind, dann wird der Ruf an die Zentralbank laut, den Markt mit einer sinnvollen digitalen Lösung zu versorgen. 



2. New Models of Financial Intermediation
Frau Lagarde meint, dass wir künftig nur noch minimale Saldi für den anfallenden Zahlungsverkehr in unseren virtuellen Brieftaschen haben werden. Den Rest investieren wir via Fonds- und Peer-to-Peer-Plattformen, inklusive künstlicher Intelligenz für das automatische Kredit-Scoring. Solche Prozesse untergraben das herkömmliche Banking. “Data is King“ ist das neue Lösungswort dieser Welt und sie besteht aus vielen neuen Playern, die alle keine physische Anlaufstelle unterhalten. 

How would monetary policy be set in this context?

Heute funktioniert die Geldpolitik eines Landes, weil die Zentralbank die Banken mit Liquidität versorgt. Aber wenn die Banken generell weniger wichtig werden in der neuen Finanzwelt, wie kann dann eine effektive, zentrale Finanzpolitik aufrechterhalten werden? 
Immer mehr Player müssten reguliert und überhaupt erst einmal definiert werden. Wie benennen Sie ein Social Media Unternehmen, das Zahlungsdienstleistungen anbietet, aber keine aktive Bilanz führt? Ist das eine Bank? 

Cooperation is key

Das weitere Vorgehen muss in erster Linie auf Dialog basieren. Gestandene Regulatoren müssen sich mit ihren jungen Kollegen, die sich mehr mit Algorithmen als mit wirklichem Geld befassen, an einen Tisch setzen und Erfahrungen austauschen. Zentralbanken müssen sich über die Landesgrenzen hinweg gegenseitig über Entwicklungen informieren und rechtliche Fragen miteinander angehen. Die neuen Währungen stehen nicht wie Währungen bisher für nationale Einheiten, sondern für internationale Aktivitäten. 
Frau Lagarde bietet hier den IMF als Diskussions-Plattform an und appelliert dafür, dass neue Player am Tisch zugelassen werden. 


3. Artificial intelligence

Untersuchungen zeigen, dass nahezu 90% aller zur Verfügung stehenden Daten in den letzten zwei Jahren gesammelt wurden. Und wir sprechen hier nicht nur von Arbeitslosenzahlen oder Wetterdaten, sondern von ganz eigenen Verhaltensdaten von jedem einzelnen Homo Ökonomikus. Und diese Daten werden immer wertvoller, weil wir sie mit künstlicher Intelligenz koppeln und auswerten können. 
Und was bedeutet das für die Finanzpolitik? Gute Finanzpolitik ist meist dann erfolgreich, wenn sie klar erklärt wird, damit die Öffentlichkeit klare Erwartungen daraus ableiten kann. Oder können selbst das Maschinen übernehmen? So oder so, auch wenn Maschinen ihre Entscheidungen erklären könnten, wer kann dann dafür verantwortlich gemacht werden, wenn ökonomische Krisen aufkommen?
Verantwortlichkeiten definieren ist der Schlüssel. Ohne sie können wir keine Unabhängigkeit haben. Und ohne Unabhängigkeit scheitert die Politik oder wird irregeleitet. Das heisst, dass Maschinen eher nicht die Finanzpolitik übernehmen werden. 
Frau Lagarde schliesst mit den Worten: “I believe that we - as individuals and communities - have the capacity to shape a technological and economic future that works for all. We have a responsibility to make this work. That is why I prefer Shakespeare’s evocation of the brave new world in ‚The Tempest’: “O wonder! How many goodly creatures are there here! How beauteous mankind is! O brave new world.”

Mutig und zukunftsorientiert ist diese Rede. Frau Lagarde zeigt sich offen für neue Tendenzen im internationalen Zahlungsverkehr und beobachtet technische Entwicklungen genau. Wir von PPI Schweiz begrüssen diesen Fortschrittsglauben und gehen mit Frau Lagarde überein, dass sich Fintechs vielleicht rascher als einem lieb ist durchsetzen und spannende neue Lösungen anbieten werden. Protektionismus ist aus unserer Sicht hier fehl am Platz. Wer sich verzweifelt an Altem festklammert, verschwendet seine Energie und wird blind für die Zukunft. 


Hier finden Sie die Originalrede von Christine Lagarde

https://www.imf.org/en/News/Articles/2017/09/28/sp092917-central-banking-and-fintech-a-brave-new-world


Dieser Beitrag wurde von Matthias Hungerbühler gepostet.

#AI, #Dollarization, #CryptoCurrencies, #VirtualCurrencies